Abstrakte Verweisung – leider immer noch ein Thema

23. März 2012 | Von | Kategorie: Versicherungen

Die Stiftung Warentest schrieb in ihrer Online-Ausgabe April 2011, dass jeder vierte Berufstätige auf Grund Krankheit vorzeitig aus dem Berufsleben ausscheidet. Vor diesem Hintergrund sei eine private Berufsunfähigkeitsversicherung eigentlich ein Muss –  aber bitte ohne die  Möglichkeit der abstrakten Verweisung.

by_Verena-N / pixelio.de – Berufsunfähigkeit: Das unterschätzte Risiko

Abstrakte Verweisung – was ist das eigentlich?

Wäre ich böse, würde ich sagen: Das Schlupfloch für den Versicherer, nicht zahlen zu müssen. Ich bin aber nicht böse. Abstrakte Verweisung bedeutet, dass der Versicherer auf einen anderen Beruf verweisen kann, welcher trotz Erkrankung ausgeübt werden könnte – unabhängig davon, ob der Arbeitsmarkt eine Beschäftigungsmöglichkeit bietet. Der Versicherer ist in diesem Fall von der Leistung befreit. Auch wenn mehr und mehr Unternehmen inzwischen auf die Möglichkeit der abstrakten Verweisung verzichten, es gibt sie immer noch. Gerade wer mit kleinem Portemonnaie unterwegs ist, wird vielleicht denken, ein  supergünstiges Angebot gefunden zu haben, und vergisst den Blick in das Klauselwerk.

Private Berufsunfähigkeitsabsicherung eigentlich ein Muss

Stellt Euch einmal vor, Ihr könntet seit einem Jahr Euren Beruf nicht mehr ausüben. Die staatliche Erwerbsminderungsrente sieht eine reduzierte Leistung nur vor, wenn Ihr nicht mehr als sechs Stunden am Tag arbeiten könnt (Anspruch auf halbe EM). Anspruch auf die volle Erwerbsminderungsrente besteht nur, wenn eine Tätigkeit nicht länger als drei Stunden am Tag ausgeübt werden kann. Dabei ist es völlig unerheblich, welche Tätigkeit ihr ausüben könntet. Könntet deshalb fett geschrieben, da Ihr ja noch lange keinen Job habt, nur weil Ihr „könntet“.  Also – wo würdet Ihr finanziell stehen, wäre der Fall der Berufsunfähigkeit eingetreten? ….

Und genau deshalb ist eine private Absicherung, so die Finanztester, eigentlich unerlässlich. Selbst wenn ein Anspruch auf eine volle Erwerbsminderungsrente besteht, bei jungen Berufstätigen wirft diese kaum etwas ab. Bevor Ihr Euch auf die gesetzliche Rentenversicherung verlasst, rechnet hier einmal Eure Ansprüche aus um zu erfahren, ob die Leistungen Euren aktuellen Lebensstandard tatsächlich decken. Es ist übrigens ein Irrglaube, dass kaufmännisch Tätige ein geringeres Risiko laufen, berufsunfähig zu werden. Psychische Erkrankungen sind mit fast 30 Prozent Spitzenreiter der Ursachen und treten in allen Berufsfeldern auf.

by_Axel-Hoffmann / pixelio.de – Abstrakte Verweisung – immer noch eine Falle

Nachdem Ihr jetzt wisst, ob eine Berufunsfähigkeitsabsicherung notwendig ist oder nicht und Euch bekannt ist, dass Ihr eine Versicherung mit Verweisungsklausel meiden solltet, wie der Teufel das Weihwasser, noch ein letzter Hinweis. Auf Grund der eingangs erwähnten hohen Leistungs-Wahrscheinlichkeit für die Versicherer ist es – man mag es kaum glauben – nicht ganz einfach, den idealen Versicherungsschutz zu bekommen. Berufsunfähigkeitsabsicherungen kosten die Versicherer im Leistungsfall richtig Geld. Aus diesem Grund werden die Gesundheitsfragen teilweise immer noch sehr penibel gestellt und deren Beantwortung sehr eng ausgelegt. Bei der Beantwortung zu schummeln, ist sinnlos. Viele Versicherte standen vor Vertragsabschluss vor der Frage, auf Grund von Vorerkrankungen entweder einen Risikozuschlag zu bezahlen, oder einen Leistungsausschluss zu akzeptieren. Man mag mir jetzt widersprechen, aber: zahlt lieber mehr, als dass Ihr Euch auf im Leistungsfall auf das Vabanquespiel „Leistungsausschluss“ einlasst. Man kann nie wissen, welche Vorerkrankung um drei Ecken zu einer Erkrankung führt, die letztendlich die Berufsunfähigkeit zur Folge hat.

Wie auch bei allen anderen Versicherungen seid Ihr am besten bei einem Makler aufgehoben – er ist dem „Best Advice“-Prinzip verpflichtet.

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