Crowdfunding – für private Anleger geeignet?

22. Oktober 2014 | Von | Kategorie: Geldanlage

Ende Oktober 2014 passiert im Bereich der Einlagen, sprich Tagesgelder oder Termingelder, nach wie vor bewegtes Nichts. Ich werde immer wieder gefragt, ob es nicht außer Aktien noch andere interessante Kapitalanlagen gibt. Wie üblich sollen diese hochrentierlich, aber ohne Risiko sein. Dabei gilt aber nach wie vor, dass die Rendite das Risiko einpreist. Es gibt allerdings auch sehr moderate Risiken und eine interessante Variante, die so völlig am Bankensektor vorbeigeht. Die Rede ist von Crowdfunding.Kann man einem Beitrag der Zeit online vom 29.7.2013 glauben, sieht sogar die britische Regierung diese Form der Fremdmittelbeschaffung als so wichtig, dass sie, um die Macht der Banken ein wenig in die Grenzen zu verweisen, Crowdfunding als förderungswürdig betrachtet.

Crowdfunding

by Tony Hegewald / pixelio.de
Crowdfunding – die Alternative

Crowdfunding vs Crowdlending

Zunächst einmal muss zwischen diesen beiden Begriffen unterschieden werden, bevor ich euch diese Form der Geldanlage vorstelle. Crowdfunding bedeutet, dass eine Gruppe von Personen, die „crowd“, gemeinsam einen Kredit an ein Unternehmen oder einen Existenzgründer vergibt. Crowdlending bezieht sich auf die Vergabe von Krediten von Privatpersonen an Privatpersonen.Stellt euch einmal vor, ihr habt die geniale Geschäftsidee schlecht hin, benötigt eine Finanzierung und marschiert zu eurer Bank. Was passiert? Das gleiche, wie aktuell bei Tagesgeldern – nichts. Welche Bank möchte sich schon gerne auf unbekanntes Terrain begeben und eine Innovation finanzieren? Wenige bis keine. Auf der anderen Seite gibt es aber zahlreiche private Investoren, die einer solchen Finanzierung aufgeschlossen gegenüberstehen. Die in Deutschland prominenteste Variante des Crowdfunding war übrigens die Verfilmung von Stromberg. Dieser Film wurde ausschließlich durch private Geldgeber finanziert. Dabei darf Crowdfunding aber nicht mit einem Private Equity Fonds verwechselt werden.

Wie funktioniert Crowdfunding?

Wer im Rahmen von Crowdfunding einen Kredit sucht, wendet sich an ein spezielles Portal.Dort erfolgt die Registrierung und auch die Bonitätsprüfung des Darlehensnehmers. Fällt diese positiv aus, können das Projekt beschrieben und die persönlichen Daten veröffentlicht werden. Natürlich steigt die Erfolgschance, je umfangreicher die Darstellung ausfällt. Interessierte Anleger können sich jetzt an der Finanzierung beteiligen. An dieser Stelle wird es für die Anleger spannend. Kein privater Anleger würde ein komplettes Projekt alleine finanzieren. Immerhin besteht ein Kreditausfallrisiko. Aus diesem Grund wird sich jeder Anleger nur mit einem kleinen Betrag beteiligen. Damit werden die Risiken auf viele Schultern verteilt. Für die Investoren besteht damit die Möglichkeit, über das Crowdfunding ein umfangreiches Kreditportfolio aufzubauen. Für Anleger ist der entscheidende Punkt, dass die gesamte Abwicklung durch eine Bank treuhänderisch überwacht wird und die Plattformen im Falle des Zahlungsausfalls alle rechtlichen Schritte zur Sicherung der Ansprüche ihrer Anleger aufgreifen. Wer in Lehman Zertifikaten investiert war, wird beides, treuhänderische Abwicklung und Inkassomaßnahmen, schmerzlich vermisst haben.

Die Risiko-Ertragskalkulation bei Crowdfunding

Kommen wir noch einmal zum Kreditausfallrisiko und der Renditebetrachtung beim Crowdfunding. Der Marktführer in Deutschland, auxmoney, beziffert die Ausfälle mit weniger als vier Prozent. Ein Anleger möchte 5.000 Euro investieren. Die durchschnittliche Rendite beträgt sechs Prozent pro Jahr. Teilt er die 5.000 Euro in Tranchen zu je 50 Euro auf, bedeutet dies ein Engagement in 100 Projekten. Die Rendite beläuft sich im Idealfal auf 300 Euro im Jahr. Angenommen, vier Prozent des Investments fallen tatsächlich aus, sind dies 200 Euro. Auf die verbliebenen 4.800 Euro erhält der Anleger einen Ertrag von 288 Euro. Abzüglich der 200 Euro Verlust bleiben 88 Euro. 88 Euro Ertrag auf 5.000 Euro Kapitaleinsatz hochgerechnet, bedeutet eine Rendite von 1,76 Prozent. Selbst im schlimmsten Fall übersteigt damit der Ertrag einer Investition  im Crowdfunding die Rendite im Tagesgeld deutlich.

P.S.: Erträge aus Kreditvergaben unterliegen übrigens der Einkommensteuer…..

Fazit

Crowdfunding bietet Perspektiven bei der Geldanlage, abseits des Bankensektors. Innovationsfreudige Anleger können innovativen Unternehmern eine Chance geben und erhalten im Gegenzug Renditen oberhalb des Kapitalmarktniveaus. Wichtig ist aber, dass ihr euch ein genaues Bild über das vermittelnde Portal macht, da es hier, gerade im Bereich der Bonitätsprüfung, durchaus qualitative Unterschiede gibt. Im Gegensatz zu einem Investment in Rohstoffe bietet das Crowdfunding laufende Ausschüttungen und sorgt damit für kontinuierliche Liquidität.

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