Der Erfolg mit einer Aktie ist auch für Börseneinsteiger kein Zufallsprodukt

15. April 2012 | Von | Kategorie: Geldanlage

Das aktuell niedrige Zinsniveau am Kapitalmarkt mag bei dem einen oder anderen wieder die Begehrlichkeit wecken, sein Glück auch einmal mit Aktiengeschäften zu versuchen. Bevor Laien sich aber wie vor zwölf Jahren wieder auf unbekanntes Terrain begeben, solltet ihr euch als potentielle Neu-Einsteiger einige Regeln verinnerlichen. Der Mega-Crash von 2000 gehört schon lange der Vergangenheit an, die Korrekturen von vor einigen Jahren sind auch schon wieder vergessen.

Ursachen, die Aktienkurse beeinflussen

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Als Investor solltet  ihr immer vor Augen haben, dass keine Aktie, kein Unternehmen, isoliert im Markt ist. Der Kurs einer Aktie basiert nur teilweise auf  den Erwartungen an das Unternehmen selbst, äußere Einflüsse spielen eine ebenso große Rolle. Über alle Branchen hinweg ist das die allgemeine konjunkturelle Entwicklung. Daneben wirken sich branchen-spezifische Tendenzen auf die Aktienkurse aus.

Bei einem Unternehmen, das innerhalb seiner Branche eine zukunftsträchtige Innovation vorstellt, und damit langfristig Gewinne erwirtschaften wird, sieht man steigenden Aktienkursen entgegen. Diese Innovation wirkt sich kurzfristig auf die Kurse der gesamten Branche  aus. Auf der anderen Seite gilt, dass negative Schlagzeilen eines Unternehmens sich kurzfristig auf die gesamte Branche auswirken. Hat ein Automobilhersteller Absatzprobleme, ist die erste Reaktion der Investoren die Vermutung, dass die gesamte Automobilindustrie auf Halde produziert.

Politische Entwicklungen gehen zumindest an den regionalen Börsen nicht spurlos vorbei. Da politische Veränderungen meistens auch regionale wirtschaftliche Veränderungen mit sich bringen, spiegeln sich diese in den Aktienkursen der lokalen Unternehmen wieder. Je nach Tragweite dieser Veränderungen wird unter Umständen der globale Aktienhandel beeinflusst.

Der Kurs einer Aktie ist eine vorweggenommene Gewinnprognose. Sekundärfaktoren, die sich auf die Aktie auswirken, sind beispielsweise die Rohstoffpreise. Bei einem starken Anstieg geraten normalerweise die Kurse der Reiseanbieter unter Druck. Da der Preisanstieg nicht in voller Höhe an die Urlauber weitergegeben werden kann, sinkt der Gewinn nach Steuern, die Gewinnausschüttung für die Anleger fällt geringer als erwartet aus. Aktienbesitzer möchten entweder durch Kursanstieg oder Dividenden am Geschäftserfolg teilhaben – ist das nicht gewährleistet, wird in der Regel verkauft.

Neueinsteiger sollten sich Regeln setzen

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Damit euer Plan, erfolgreich an der Börse zu spekulieren, nicht in einem Totalverlust der eingesetzten Gelder endet, solltet ihr euch  als Anfänger Regeln setzen. Niemand gibt einem Anleger Regeln vor. Ohne Struktur an der Börse zu investieren führt leicht ins Chaos. Im ersten Schritt solltet ihr den Betrag, den ihr in eine Aktie investieren möchtet, genau festlegen. Die alte Bankiersweisheit, schlechtem Geld kein gutes hinterher zu werfen, kommt nicht von ungefähr. Wenn ein Kursverlauf in keiner Weise den Erwartungen entspricht, heißt es, die Reißleine ziehen und Verluste realisieren.

Erfolgreiche Spekulationen an der Börse resultieren nicht aus Zufällen, sondern aus eiserner Disziplin. Diese beinhaltet gegebenenfalls auch das Einhalten zeitlicher Untergrenzen.  Wer genau weiß, dass er den Anlagebetrag in einem Jahr wieder für andere Ausgaben benötigt, ist an der Börse schlecht aufgehoben.

 Bei der Auswahl geeigneter Papiere sollten nicht die heißen Tipps aus Presse, Funk und Fernsehen ausschlaggebend sein, sondern auch die eigene Anlagementalität. Auch bei Aktien gibt es robustere und sensiblere Titel. Den Standardwerten, wie sie sich im DAX-30 widerfinden stehen volatilere Wachstumswerte gegenüber. Internetaktien oder Bio-Tech Titel führten vor zwölf Jahren dazu, dass man sich schämen musste, wenn man an einem Tag nicht mindestens einen zweistelligen Prozentsatz an Kursgewinnen vorweisen konnte. Viele dieser Aktien sind  heute nur noch Centbeträge wert.

Für die Auswahl einer Aktie gibt es verschiedene Kriterien. Zum einen ist die Frage, ob ein Standard- oder ein Wachstumswert gewählt wird. Der nächste Ansatz sind zukunftsträchtige Branchen oder Regionen. Seit einigen Jahren gilt das Augenmerk den BRIC-Staaten. Brasilien, Russland, Indien und China werden immer noch als die Wachstumsmärkte der Zukunft gehandelt – und das bereits seit 15 Jahren.

Weniger auf Erträge aus Kursgewinnen zielen Anleger ab, die in Dividendentitel investieren. Die Ausschüttung steht hier in sehr guter Relation zum Kaufpreis, bekannt als Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Nachdem die Auswahl für ein bestimmtes Marktsegment, beispielsweise Region oder Branche, gefallen ist, beginnt die Auswahl des Einzeltitels.

Ein absolutes no-go für eine Kaufentscheidung sind die „guten Tipps“ von Nachbarn oder Kollegen. Wesentlich fundierter sind Aktienanalysen der großen Investmenthäuser. Diese finden sich im Internet wie Sand am Meer und schließen auch die Kurserwartungen der einzelnen Spezialisten für einen bestimmten Zeitraum mit ein. Darüber hinaus sind die drei Empfehlungen Kaufen (wichtig für den, der eine Aktie sucht), Verkaufen (wer sein Depot umschichten möchte, kann das als Entscheidungshilfe mit einbeziehen) und Halten (ein kurzfristiger Kursrückgang ist kein Grund, zu verkaufen. Das Unternehmen sollte sich wieder erholen) hilfreich.

 

Die Zusammenfassung für den Kauf einer Aktie

  • ·        Den Investitionsbetrag im Vorfeld festlegen und nicht überziehen
  • ·        Die Mindestanlagedauer definieren
  • ·        Marktsegment entsprechend der persönlichen Anlagementalität bestimmen
  • ·        Gründliche Recherche über die in Frage kommende Aktie
  • ·        Kaufempfehlungen so genannter „Experten“ ignorieren

 

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