Die Schufa – der Kreditdatenvorratsspeicher

20. April 2012 | Von | Kategorie: Banking, Kredite

Für viele Bürger ist die Schufa ein Buch mit sieben Siegeln. Die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung, hat die Aufgabe, alle Daten, die für die Vergabe eines Kredites relevant sind zu speichern, zu analysiere und auf Anfrage an Dritte weiterzugeben. Wer die Befürchtung hatte, dass hier früher einiges schief gelaufen ist, lag gar nicht so falsch.

Wie entsteht ein Schufa-Eintrag?

by_Tony Hegewald_pixelio.de

Wenn ihr zu einer Bank geht, und euch nur nach einem Kredit erkundigt, ist die Schufa schon mittendrin. Kreditnehmer werden entsprechend eines Schufa-Scorings bewertet. Dies hat auch Auswirkung auf den Zinssatz. Bei der Berechnung eines Musterdarlehens wird automatisch eine Schufa-Anfrage abgeschickt. Klickt der Mitarbeiter der Bank jetzt nicht auf das Kästchen Kreditauskunft, sondern auf Kreditanfrage, hat das Auswirkung auf euer Schufa-Scoring. Gefällt euch nämlich das Angebot nicht, und ihr geht zur nächsten Bank, ist euer Scoring automatisch schlechter geworden, da eine Kreditanfrage ohne Abschluss als abgelehnter Kredit gewertet wird. Haben früher nur Banken oder Kreditkartenherausgeber bei der Schufa angefragt, so sind heute Handykartenbetreiber, aber auch Versicherungen Kunden der Schufa. Einige Versicherer verbinden mit der Herausgabe der elektronischen Versicherungsbestätigung für die Autoversicherung gleichzeitig eine Schufa-Anfrage.

Fehlerhafte Schufa-Einträge waren keine  Seltenheit

by_Rainer Sturm_pixelio.de – Schufa wirkt sich auch auf EC-Karte aus

Wer bei der Schufa ein schlechtes Scoring hat, hat ein Problem. Kredite werden teurer, wenn überhaupt noch vergeben, die Kreditkartengesellschaften halten sich mit der Ausgabe der Karte zurück – kurz eine negative Schufa macht das Leben schwerer. Einige Untersuchungen in der Vergangenheit haben aber an den Tag gebracht, dass die Schufa-Datensammlung alles andere als korrekt war. Das Bundesverbraucherschutzministerium stellte in einer Untersuchung im August 2009 fest, dass 45 (!) Prozent der gespeicherten Daten fehlerhaft waren. Das war immerhin schon eine deutliche Verbesserung gegenüber einer Untersuchung der Stiftung Warentest im Jahr 2002. Damals waren sage und schreibe 69 % der bei der Schufa hinterlegten Daten fehlerhaft oder überaltert. Immerhin hat die Schufa nicht nur Besserung gelobt, sondern diese tatsächlich an den Tag gelegt. Eine erneute Überprüfung der Verbraucherschützer im Jahr 2010 zeigte im Rahmen einer Stichprobe nur noch ein Prozent falscher und acht Prozent überalterter Informationen.

So wahrt ihr eure Kreditwürdigkeit

Die Schufa ist seit dem April 2010 dazu verpflichtet jeder registrierten Person einmal jährlich auf Wunsch eine kostenlose Selbstauskunft zukommen zu lassen. Wenn ihr also wissen wollt, wie es um eure Kreditwürdigkeit bestellt ist, solltet ihr diese Möglichkeit nutzen und eure Daten überprüfen. Die Selbstauskunft könnt ihr auch online bei der Schufa beantragen. Solltet ihr auf falsche oder überalterte Daten treffen, muss die Schufa diese bei Nachweis des neuen Sachverhaltes ändern oder löschen.

 

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