Die sichere Geldanlage mit Top-Rendite – wer sie hat, bitte melden.

12. Mai 2012 | Von | Kategorie: Geldanlage

Eine der beliebtesten Aussagen in der blumigen Sprache der Anlageberater ist immer noch der Spruch von der absolut sicheren Geldanlage mit der Top-Rendite. Sollte ein Anleger jemals die Frage gewagt haben, ob die angepriesene Anlage auch „wirklich“ sicher ist, wird er als Antwort alles gehört haben, nur kein „nein“. Unsichere Geldanlagen gibt es nicht – Totalverluste am Kapitalmarkt sind im schlimmsten Fall ein ein Ausrutscher auf dem Weg zum Vermögen. 

Sichere Geldanlagen kann man durchaus erkennen

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Wenn euer Banker euch das nächste mal erzählt, dass die empfohlene Anlage absolut sicher sei, fragt ihn doch einmal, woran er das festmacht, und wo genau das im Verkaufsprospekt steht. Gerade bei geschlossenen Fonds ist eines der Lieblingsargumente, dass sich die Sicherheit an der Höhe der Steuervorteile des Fonds festmachen ließe. Bauherrenmodelle und Schiffsbeteiligungen sind ein wunderbares Beispiel, dass die Aussage genau anders herum interpretiert werden muss. Hohe Steuervorteile gibt es nur bei hohen Risiken. Wer ein Risiko zum Wohle der Volkswirtschaft eingeht, wird mit Steuervorteilen belohnt. Je höher das Risiko, umso höher ist der Steuervorteil. Fazit Nummer eins: hohe Steuervorteil bergen hohe Risiken.

Zertifikate sind eine absolut sichere Anlage. Immerhin sind sie mit einem festen Zins ausgestattet, der klare Kalkulationen ermöglicht. Ja, ne, ist klar. Zerifikate sind noch nicht einmal per Definition geschützt. Ein Zertifikat ist ein Derivat, das heißt ein Kunstprodukt. Wie es ausgestaltet wird, liegt bei dem Emittenten. Garantie-Zertifikate bieten dem Anleger so viel Sicherheit wie eine Option, nämlich keine. Gäbe es das Bankhaus Lehman Brothers noch, könnte man dort nachfragen, kann man aber nicht mehr. Angeblich sind sichere Zertifikate als Geldanlange Schuld daran; ein Kollateralschaden auf dem Kriegsschauplatz beim Kampf um die Kunden. Fazit Nummer zwei: Zinsen sind kein Garant für Sicherheit. Dividenden eines Dax-Wertes spiegeln mehr Sicherheit wider als die Zinsen eines Zertifikates mit einem Aktienkorb, der neben 29 Dax-Werten eine Aktie einer vietnamesischen Moped-Fabrik enthält.

Sichere Geldanlagen gibt es nicht bei einer Rendite über drei Prozent Rendite?

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Diese Aussage kann man so nicht stehen lassen. Unstrittig ist, dass die Rendite einer Geldanlage auch das Risiko widerspiegelt, welches damit verbunden ist. Ein Penny-Stock mit Potential bietet auch das Risiko des Totalverlustes. Ein Zertifikat mit zehn Prozent Bonus hat das Risiko, dass der Bonus nie gezahlt wird, weil eine Benchmark durchbrochen wurde. Ein Tagesgeld mit fünf Prozent Zinsen bei einer exotischen Bank birgt das Risiko der fehlenden Einlagensicherung. Ein Tagesgeld mit 3,5 Prozent Rendite bei einer niederländischen Bank ist bis 100.000 Euro abgesichert, ein Tagesgeldlockvogelangebot einer deutschen Bank mit vier Prozent Zinsen ist absolut sicher.  Fazit Nummer drei: Einlagen sind in Deutschland die sichersten Anlagen, bieten aber andererseits eben keine Top-Renditen wie beispielsweise Aktien bei entsprechender Lagerdauer. Wenn ihr euch aber ein wenig umschaut, erhaltet ihr auch im Einlagengeschäft ordentliche, marktgerechte Erträge ohne dass ihr schlaflose Nächte haben müsst.

Dies ist kein Beitrag gegen die Beteiligung an geschlossenen Fonds oder Aktieninvestments, es ist ein Beitrag gegen die Augenwischerei, welche in Verkaufsgesprächen immer wieder statt findet, wenn Kunden explizit nach sicheren Geldanlagen nachfragen, und dann mit Risikoprodukten eingedeckt werden. Wer Gold kaufen möchte, und mit einem Goldzertifikat oder einem Fonds, welcher in Gold investiert, nach Hause geht, wurde … – lassen wir das.

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