Die Steuerfalle bei der Lebensversicherung

27. März 2012 | Von | Kategorie: Versicherungen

Kaum jemand schließt eine Lebensversicherung unter Renditegesichtspunkten für die Altersvorsorge ab, hier sind Rentenversicherungen die sinnvollere Lösung. Die Lebensversicherung soll die Hinterbliebenen finanziell im Todesfall des Haupternährers absichern. Dummerweise werden die meisten Verträge dahin gehend falsch abgeschlossen, dass die Todesfallleistung steuerpflichtig wird. 

by_Rainer Sturm_pixelio.de – Eine falsche Vertragsgestaltung kann teuer werden

Die Konstellation der Vertragsbeteiligten der Lebensversicherung ist entscheidend

Bei einer Risikolebensversicherung gibt es vier am Vertrag beteiligte Personen. Dabei handelt es sich um Versicherungsnehmer, Beitragszahler, versicherte Person und den Begünstigten im Todesfall. Bei einer Kapitallebensversicherung kommt noch der Begünstigte im Erlebensfall hinzu. Hier setzt der klassische Beratungsfehler durch den Außendienst ein. Beitragszahler, Versicherungsnehmer und versicherte Person sind identisch. Was passiert, wenn der Leistungsfall eintritt? Der oder die Begünstigte erhält die Versicherungssumme ausgezahlt. Faktisch handelt es sich in diesem Moment aber um eine steuerpflichtige Leistung der verstorbenen Person an den Begünstigten. Klingt blöd, ist aber so. Immer mehr Paar leben ohne Trauschein zusammen, finanzieren gemeinsam Immobilien und sichern sich gegenseitig ab. Dabei geht allerdings vergessen, dass es ein Erbschaftssteuergesetz gibt, Dieses setzt bei Erbschaft oder Schenkung in diesen Fällen eine recht hohe Besteuerung an. Ein Beispiel: Durch ein vorzeitiges Ableben wird eine Versicherungsleistung in Höhe von 100.000 Euro zu Gunsten des unverheirateten Partners fällig. Was passiert mit der Lebensversicherung? Unter der Berücksichtigung des Freibetrages von 20.000 Euro wird Erbschaftssteuer in Höhe von 24.000 Euro fällig! Im Falle einer Ehe oder Lebenspartnerschaft sind die Freibeträge zwar höher, aber können bei Immobilienbesitz auch schnell ausgeschöpft sein.

Wurde kein Begünstigter namentlich erwähnt, fällt die Versicherungsleistung automatisch in die Erbmasse und wird unter den Erben aufgeteilt. Ein namentliches Bezugsrecht anzufechten, ist fast unmöglich. Da dies nur einmalig möglich ist, sollte ein Fachanwalt im Zweifelsfall unverzüglich aktiv werden.

So vermeidet Ihr die Steuerfalle

Der Begünstigte für die Todesfallleistung muss Versicherungsnehmer, also Antragsteller, Beitragszahler und begünstigte Person im Todesfall sein. Die abzusichernde Person ist wirklich nur die versicherte Person. Um steuerlich jeden Zweifel auszuräumen, müssen die Beiträge von einem Konto des Beitragszahlers abgeführt werden. Die Besteuerung entfällt in diesem Fall, da der Beitragszahler im Todesfall der versicherten Person faktisch sein eigenes Geld zurück erhält. Ein kleiner Tipp: Überprüft einmal Eure eigenen Verträge, ob diese wirklich unter steuerlichen Gesichtpunkten wasserdicht sind.

 
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Ein Kommentar auf "Die Steuerfalle bei der Lebensversicherung"

  1. Thomas sagt:

    Gefaellt mir gut die Seite. Tolle Themenwahl.

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