Kinder haften für ihre Eltern – Im Pflegefall ist das tatsächlich so

21. März 2012 | Von | Kategorie: Versicherungen

Ein Thema, über das die meisten  von uns gerne hinwegsehen, dass aber von Jahr zu Jahr immer mehr Menschen berifft, ist die Pflege. Zur Zeit sind ca 2,4 Millionen Menschen Pflegefälle, rund zwei Drittel werden zu Hause gepflegt. Wenn Ihr Euch einmal in Eurem Umfeld umschaut, werdet Ihr sehr schnell auf Menschen stoßen, die ihre Angehörigen zu Hause pflegen. Das geht aber auch nur bis zu einem bestimmten Grad.

by_Gerd_Altmann / pixelio.de – Dem ist nichts hinzuzufügen.

Pflegeversicherung leistet im Ernstfall nur einen Bruchteil

Angehörige mit Pflegestufe I oder II zu versorgen, mag, auch langfristig, darstellbar sein. Könnt Ihr Euch aber vorstellen, wie Ihr langfristig, neben Berufsleben, Eure Eltern optimal versorgen möchtet? Die Vergangenheit hat immer wieder gezeigt, dass ab einem bestimmten Punkt die professionelle Versorgung in einem Pflegeheim für alle Beteiligten die beste Möglichkeit ist. Pflege generell, nicht nur Altenpflege, hat sich zu einem echten Wachstumsmarkt entwickelt. Monatliche Kosten für ein Pflegeheim jenseits der 3.000 Euro-Grenze sind keine Seltenheit – der Haken ist nur, dass der maximale Zuschuss der Pflegeversicherung bei 1.550 Euro monatlich für die Pflegestufe III ausläuft. Ein würdevolles Altwerden ist häufig eine Frage der Finanzen.

Stiftung Warentest stuft Pflege als existenzgefährdendes Risiko ein

Ja, Ihr lest richtig. In einer Übersicht der Warentester über Sinn und Zweck angebotener Versicherungen wird die Pflegeversicherung zur Abwendung exitenzgefährdender Risiken betrachtet. Warum? Ganz einfach: Der Versicherungsträger steuert 1.550 Euro im Monat bei Pflegestufe III bei, die Unterbringung kostet 3.000 Euro im Monat. Wer zahlt die Differenz? Richtig – Eure Eltern. Und was passiert, wenn Eure Eltern das Geld nicht aufbringen können? Das Sozialamt? Falsch. Ein hessisches Sozialamt hat einmal von einem früheren Kunden von mir verlangt, dass er seine persönliche Rentenversicherung, die für seine eigene Altersversorgung gedacht war, auflöst, um damit die Heimkosten zu tragen.  Kinder haften für ihre Eltern – erst wenn auch bei Euch keine finanziellen Möglichkeiten mehr bestehen, greift die öffentliche Hand.

Private Vorsorge tut not

by_Klaus-Uwe_Pacyna / pixelio.de - Auch für ein Bierchen muss dann erst mal Geld da sein..

by_Klaus-Uwe_Pacyna / pixelio.de - Auch für ein Bierchen muss dann erst mal Geld da sein..

Ich kenne Menschen, die ihren Eltern eine Pflegeversicherung zum Geburtstag respektive zu Weihnachten geschenkt haben – das ist kein Witz. Und clever war es auch. Die Versicherungsprämien sind im Vergleich zu den Kosten, die auf Euch zu kommen können, verschwindend gering. Gleich, ob für Euch selbst oder Eure Eltern, bei der Auswahl der Tarife solltet Ihr darauf achten, dass Ihr einen Pflegetagegeld wählt. Dieses ist, im Gegensatz zu anderen Optionen, in der Mittelverwendung frei. Das heißt, auch bei häuslicher Pflege kann davon beispielsweise eine Pflegekraft bezahlt werden.

Wie bei allen anderen Krankenversicherungen auch, ist der Beitrag um so niedriger, je jünger Ihr bei Vetragsabschluss seid. Vor dem Hintergrund der medizinischen Entwicklung und daraus weiter steigender Lebenserwartung steigt auch die Wahrscheinlichkeit, selbst ein Pflegefall zu werden. Ein private Pflegeversicherung ist auf jeden Fall sinnvoller, als Chefarztbehandlung im Krankenhaus oder eine Glasversicherung.

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