Sind Indexfonds wirklich eine Alternative zu klassischen Investmentfonds?

24. März 2012 | Von | Kategorie: Geldanlage

Die in England Mitte der 90er Jahre geborene Idee, Index-Fonds zu entwickeln, war eigentlich genial. Die – ursprünglich – simple und wesentlich günstigere Alternative zu den herkömmlichen Investmentfonds avancierte schnell zum Liebling der Anleger. Auch heute sind Indexfonds nicht mehr aus den Portfolios großer und kleiner Investoren wegzudenken.

by_Rainer Sturm_pixelio.de – das alte Spiel der Börsen: mal geht es rauf, mal geht es runter

Funktionsweise von Indexfonds

Der Gedanke, der Indexfonds (auch ETFs, Exchange Trading Funds, genannt) zu Grunde lag, war einfach. Anstelle kostenintensives Stock-Picking zu betreiben und immer auf der Suche nach Einzeltiteln mit Potential zu sein, wurde schlicht ein Index, beispielsweise der DAX, in einem Indexfonds eins zu eins nachgebildet. Wenn Ihr die Ausgabeaufschläge für Indexfonds mit denen anderer Fonds vergleicht, werdet Ihr feststellen, dass die Erstgenannten sehr viel günstiger sind. Ist ja auch klar. Statt eines aktiven Managements muss der Fondsmanager nur aktiv werden, wenn sich die Zusammensetzung des Index ändert. Da sonst keinerlei Eingriffe notwendig sind, spricht man bei Indexfonds auch von passiven Fonds.

Da die ETFs für den Fall einer Veränderung des Index liquide Mittel benötigten, mussten  hier Lösungen gefunden werden. Änderte sich die Quote einer Aktie im Index nach oben, mussten Aktien dazu gekauft werden. Wurden Aktien im Index ausgetauscht, und das neue Papier war teurer als das alte, stellte sich die Frage nach der Finanzierung der Kaufpreisdifferenz. Aus diesem Grund wurden Indexfonds in Laufe der Zeit immer komplexer und ähneln heute Derivaten. So kann es beispielsweise sein, dass sich in einem ETF auf den DAX japanische Nebenwerte oder Zins-Swaps befinden. Diese nicht-indexkonformen Beimischungen dienen als Liquiditätskorridor.

Abgesehen von den deutlich niedrigeren Anschaffungskosten haben ETFs für Euch noch einen weiteren Vorteil. Während Investmentfonds in der Regel von der Investmentgesellschaft zurück gekauft werden und nur einmal am Tag ein Preis festgeschrieben wird, werden Indexfonds an den Börsen gehandelt und können jederzeit zu dem Kurs, den der Index gerade hat, gekauft oder verkauft werden. Während sich ETFs auf Wertpapierindices wie den DAX oder den Dow auch für konservativere oder unerfahrenere Anleger eignen, sind die Indexfonds auf Währungen, Edelmetalle oder spezielle Wertpapiersegmente nur erfahrenen Anlegern zu empfehlen. Der Derivate-Charakter ist zu ausgeprägt.

by_Benjamin-Klack_pixelio.de – ETFs sind günstiger

Bieten Indexfonds größere Chancen?

Eigentlich sollte man denken, dass aktiv gemanagte Fonds größere Gewinnchancen bieten. Wenn wir eine Sache aktiv begleiten, anstatt nur zuzusehen, wie sie sich entwickelt, können wir in kritischen Momenten eingreifen. Genau das tut auch das Fondsmanagement bei einem aktiv gemanagten Fonds. Da die Analysten davon ausgehen, dass sie wissen was sie tun, sollten die jeweiligen Fonds immer über den jeweiligen Indices liegen, denen sie zuzuordnen sind. Das Gegenteil ist der Fall. 95 Prozent der aktiv gemanagten Investmentfonds haben im Jahr 2011 schlechter abgeschnitten, als der Index, welchem sie direkt oder im weitesten Sinne zuzuordnen sind. Die Fondsmanager haben ihre Aufgabe besser zu sein als der Vergleichsindex, nicht geschafft. Daraus ergibt sich für uns als Anleger eigentlich die Konsequenz, dass ETFs mindestens genauso gut abschneiden, offensichtlich sogar besser. Bessere Performance und niedrigere Kosten sind zwei gute Gründe, die für ein Investment in Indexfonds sprechen – aber bitte nur entsprechend der persönlichen Risikoneigung.

Copyright-Hinweis: Das Titelbild ist by_Michael_Kopatz_pixelio.de

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