Minijob und Riesterrente – das soll sich ändern

9. Mai 2012 | Von | Kategorie: öffentliche Gelder, Sonstige Themen

Die Anzahl der Minijobs nimmt beständig zu. Eine geplante Gesetzesänderung in 2012 soll den größten Kritikpunkt, kein Rentenanspruch trotz Sozialabgaben, nivellieren. Wer von Euch einen Minijob ausübt, kennt die Problematik. Der Arbeitgeber führt einerseits pauschale Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung ab, nur: ihr habt nichts davon. Ursprünglich für April 2012 geplant, steht jetzt für den Juli 2012 eine mögliche Gesetzesänderung ins Haus.

Minijobs zahlen für die Arbeitnehmer in die gesetzliche Rentenversicherung ein

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Bislang zahlten Arbeitgeber eine Pauschale des Arbeitslohns in Höhe von 15 Prozent an die GRV. Damit bestand für euch kein Anspruch auf eine Altersrente oder Erwerbsminderungsrente. Die Möglichkeit, in eine Riesterrente zu sparen, war nur dann gegeben, wenn der Ehepartner unmittelbar zulagenberechtigt war. Rentenansprüche und Riesterförderung sind aktuell nur möglich, wenn ihr aus eigener Tasche die Differenz zum Regelsatz der gesetzlichen Rentenversicherung aus eigener Tasche bezahlt. Dieser beträgt zur Zeit 4,6 Prozent oder, bei einem Einkommen von 400 Euro monatlich, 18,40 Euro. Dieser Aufwand ist, in Bezug auf die Riesterförderung bei einer alleinstehenden Person, unsinnig. Ist der Ehepartner jedoch selbstständig und es leben Kinder im Haushalt, übersteigt die Förderung die dafür notwendigen Beiträge bei zwei Kindern um das Doppelte. In diesem Fall lohnt sich der Mehraufwand auf jeden Fall. Die Berechnung, macht der Mehraufwand für Riester Sinn oder nicht, entfällt künftig.

Die geplante Gesetzesnovelle sieht vor, dass der pauschale Beitrag zur GRV jedoch generell auf 19,6 Prozent angehoben werden soll. Damit werden Minijobs rentenversicherungspflichtig. Neben einer marginale Auswirkung auf die Altersrente habt ihr aber auch Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente (Voraussetzung: Vor Eintritt des Leistungsfalles müssen in den vorangegangenen 60 Monaten mindestens 36 Monatsbeiträge gezahlt worden sein.) und Riesterförderung. Dazu sind keine Eigenbeiträge notwendig, da auch der zusätzliche Beitrag für die Rentenversicherung vom Arbeitgeber übernommen wird.

Die wichtigsten geplanten Gesetzesänderungen bei Minijobs in 2012 in der Übersicht

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    Anhebung der monatlichen Verdienstgrenze auf 450 Euro

  • Zwei Monate im Jahr darf die Grenze von 450 Euro überschritten werden. Voraussetzung ist, dass die Unvorhersehbarkeit der Mehrarbeit nachgewiesen wird.
  • Minijobs werden generell rentenversicherungspflichtig. Dies wirkt sich auf Ansprüche aus der GRV aus und ermöglicht die Riesterförderung. Eine signifikante Erhöhung der Regelaltersrente wird dadurch jedoch nicht erreicht!
  • Bisher musste die Rentenversicherungspflicht beantragt werden. Künftig muss umgekehrt die Befreiung von der gesetzlichen Rentenversicherung eingefordert werden.
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