Wie soll ich meine VWL anlegen – Bausparen, Investmentfonds oder Betriebsrente?

2. September 2012 | Von | Kategorie: Banking, Geldanlage, Öffentliche Gelder, Versicherungen

Die meisten Arbeitnehmer in Deutschland erhalten nach wie vor Vermögenswirksame Leistungen, im Volksmund auch als VWL bezeichnet. Während ihr bis vor einigen Jahren noch die Möglichkeit hattet, die VWL anzulegen, wie es gefiel, sei es als Banksparplan, als Versicherung oder als Bausparvetrag, wurde diese Option vom Gesetzgeber eingeschränkt. Heute stehen nur noch drei Varianten zur Verfügung, je nach Tarifvertrag sogar nur noch eine.  

VWL und Bausparen

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VWL und Bausparen

Als Anlageform sind das Bausparen, die Anlage in Produktivvermögen, also Investmentfonds, und die betriebliche Altersversorgung übrig geblieben. Für den Vertrieb war bis zur zur Wandlung der VWL in eine betriebliche Altersversorgung der Bausparvertrag die interessanteste Lösung – er brachte mehr Provision als ein Investmentsparplan. Bausparen als Anlageform wird mit 8,7 Prozent Förderung auf einen jährlichen Beitrag von 470 Euro unterstützt. Voraussetzung ist allerdings, dass euer zu versteuerndes Einkommen als Alleinstehende 20.000 Euro jährlich, als Verheiratete 40.000 Euro im Jahr nicht übersteigt.  Diese Einkommensgrenzen gelten auch für das Investmentsparen. Unstrittig ist, dass Bausparen auf der einen Seite sehr sicher ist, andererseits die Guthabenzinsen aktuell eher übersichtlich sind.

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VWL als Investmentsparplan bringt höhere Renditen

VWL als Investmentsparplan ist der Klassiker in Bezug auf anlegergerechte Beratung. Auf der einen Seite bringt es höhere Renditen, auf der anderen Seite für die Bank oder den Außendienst eine geradezu marginale Provision. Kein Wunder also, dass dieses Thema vertriebsseitig lieber beschwiegen wird. Die staatliche Förderung beläuft sich auf immerhin 20 Prozent pro Jahr bei einer maximalen Sparleistung von 400 Euro jährlich. Was viele Anleger nicht wissen, ist, dass beide Produkte, Bausparen und Investmentsparen, parallel bespart werden können. Auf der anderen Seite weiß  man bei einem Investmentfonds natürlich nicht, ob nicht gerade zum Ablauftermin des Vertrages die Börse eine kleine Talfahrt verzeichnet. Solltet ihr die VWL erhalten, aber nicht genau an einem bestimmten Tag über das Geld verfügen müssen, seid ihr mit einem Investmentfonds eindeutig besser bedient. Zumal hier die Möglichkeit besteht, die VWL auch nachhaltig anzulegen. Die Entwicklung des NAI (Index für nachhaltige Aktien) gegenüber dem MSCI  beträgt ein Vielfaches, wie ihr hier nachlesen könnt. Lohnenswert sind diese Anlagen allemal.

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Die VWL als Betriebsrente – doppelter Beitrag bei gleichem Netto

Während bei Bausparen und Investementsparen die VWL dem Brutto-Einkommen zugerechnet werden und darauf Sozialabgaben und Lohnsteuer bezahlt werden muss, wird bei einer Besparung einer Firmenrente die VL aus dem Brutto herausgerechnet. Im ersten Fall fressen die Lohnnebenkosten praktisch die gesamte Förderung auf, im Fall einer bAV wird das ganze zu einer hochrentierlichen Angelenheit. Eine Beispielrechnung findet ihr in diesem Artikel. Wenn ihr euch für die Anlage der VWL in eine Betriebsrente entscheidet, oder euer Tarfivertrag nur noch diese Lösung vorsieht, habt ihr häufig die Option, euren Beitrag entweder in eine klassische Rentenversicherung anzulegen, oder in eine investmentfonds-gebundene Variante. Da die meisten Versicherer inzwischen nachhaltige Fonds in ihrem Portfolio halten, besteht für euch auch hier die Möglichkeit, die Altersversorung ökologisch und ethisch vertretbar aufzubauen.

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